Design das behindert macht

EXCLUSIVE DESIGN






‘Exclusive Design’ ist ein Kommentar zum Zustand des Designs in der heutigen Zeit und ein Plädoyer für die Verantwortung von Designer*innen für inklusives Gestalten.

Wir als Gestalter*innen beeinflussen enorm die Beziehungen innerhalb unserer Gesellschaft. Es liegt an uns sicher zu stellen, dass dieser Einfluss positiv ist. Dafür ist es notwendig, dass Gestalter*innen verstärkt Verantwortung für inklusives Design übernehmen. Wir müssen uns der Herausforderung der Inklusivität und Barrierefreiheit stellen und sie als Kernelement unseres Gestaltungsprozesses behandeln, denn wenn wir inklusiv gestalten, profitieren wir alle.


 




















Behindert zu sein ist kein Zustand sondern ein Gefühl.

Unsere Umwelt entscheidet über Teilhabe, Partizipation und Inklusion innerhalb der Gesellschaft. Jedes Objekt gibt in bestimmten Maße vor, wer mit der Umgebung interagieren kann und wer nicht berücksichtigt wird. Gestalten wir unsere Umgebung so, dass Menschengruppen die Teilhabe erschwert oder verwehrt wird, behindern wir sie. Damit Jeder ein selbstbestimmter und gleichgestellter Teil der Gesellschaft sein kann, sollte das Entwerfen inklusiver Umgebungen als das ultimative Ziel des Designs angesehen werden, nicht als Hindernis. Jeder Mensch ist anfällig für vorübergehende oder dauerhafte Einschränkungen, wir alle werden irgendwann alt,
sind nur eine Krankheit oder einen Unfall davon entfernt nicht mehr der vermeintlichen „Norm“ zu entsprechen und benötigen geeignete Objekte, um die Aufgaben des Alltags auszuführen.

Um diese Forderung der Design-Community zu vermitteln wurde der monobloc Plastikstuhl zu unserem Kommunikationsmedium. Er ist der Inbegriff eines bezahlbaren - und damit demokratischen - Möbels, das wohl am häufigsten verwendete Möbelstück der Welt. Die Stühle wurden durch leichtes Deformieren und Modifizieren so verändert, dass Sitzen zu einem unbequemen, exklusiven Erlebnis wird. Sie behindern die Benutzer*innen nicht nur physisch, sondern auch psychisch. Die fünf unterschiedlichen Stühle erzeugen auf verschiedene Weise das Gefühl behindert zu sein und lenken die Aufmerksamkeit auf die Komplexität unseres selbstverständlichen Verhältnisses zu Alltagsobjekten. Dabei werden vorhandene Privilegien reflektiert.











Auf unserer Suche nach inklusivem Design fanden wir viele zweckentfremdete, selbst angefertigte oder parasitäre Lösungen. Selbst Open Source Angebote kennzeichnen sich durch ihren Sonderlösungscharakter. Die Anforderung an Gestalter*innen, eine Lösung für Alle zu finden, bleibt eine große gesellschaftliche Herausforderung. Dabei sind bereits alle, die Misstände in der Beziehungen zwischen Mensch und Umwelt erkennen und beheben, inklusive Gestalter*innen.

Unsere Sammlung an Alltagsobjekten demonstriert, dass selbst kleinste Veränderungen ausreichen um ein Produkt partizipativer, zugänglicher und inklusiver zu machen. Beim Durchblättern der Sammlung bietet sich die Chance, den ersten Schritt zur inklusiven Gestaltung zu gehen. Denn das bloße Betrachten alltäglicher Objekte unter dem Aspekt der Inklusion, reicht oft aus um Gestaltungspotenziale zu erkennen. So verstehen wir jene Sammlung, neben unserer Kritik an der Gegenwart, als zuversichtlichen Ausblick auf eine inklusive Umwelt.